Ein Projekt der Fairtrade Gemeinde Gröbenzell

Seit dem 13. Juli 2013 ist Gröbenzell Fairtrade-Gemeinde. Seit diesem Tag gibt es auch den Gröbenzell Kaffee.
Das Projekt entstand aus einer Kooperation der Gröbenzeller Fairtrade Steuerungsgruppe mit der Murnauer Kaffeerösterei. Der Gröbenzell Kaffee stammt von einer Fairtrade-zertifizierten Kooperative in der äthiopischen Provinz Kaffa. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Region beinhaltet auch einen biologischen Anbau. Daher trägt der Gröbenzell Kaffee auch das Bio-Siegel. Über dieses Projekt gibt es ein umfassendes Infoblatt.

Verkaufstelle: Tea&Art – Kirchenstraße 15.

Ein Wildkaffee aus dem äthiopischen Regenwald

Noch Ende der 1960er Jahre war fast die Hälfte Äthiopiens von dichtem Wald bewachsen. Inzwischen sind es nur noch 2,7 Prozent. Die Bäume fielen dem rasanten Bevölkerungs­wachstum zum Opfer. Doch zumindest in der Provinz Kaffa, im Südwesten des Landes, wurde dieser zerstörerische Trend gestoppt. Die Region ist bekannt für ihre wild wachsenden Kaffeebäume. Je nach Lage entfalten diese Bohnen die unterschiedlichsten Aromen in einer Vielfalt, die ein Plantagenkaffee kaum erreicht. Der Faire Handel sorgt für eine dauerhafte Verbesserung der Lebensgrundlage der Kaffeebauern. Gleichzeitig bedeutet dies auch einen Anreiz für die Menschen in der Region, den Regenwald mit seinen Wildkaffee-Beständen zu schützen und zu bewahren.

Im Juni 2010 hat die UNESCO Kaffa in das weltweite Netz der Biosphärenreservate aufgenommen.

Der Gröbenzell Kaffee
und die Kooperative Kuti

Der Gröbenzell Kaffee stammt von der Kooperative Kuti, eine von 14 Fairtrade zertifizieren Kooperativen in der Region. Kuti liegt knapp 20km nördlich von Bonga, der Hauptstadt der äthiopischen Provinz Kaffa. Die Kaffeewälder befinden sich auf einer Höhe von 1700 bis 2100 Metern und sind Teil des Kafa Biosphärenserervates. Die Ernte erfolgt von September bis Dezember und wird per Esel oder Lastwagen nach Bonga transportiert, wo sich die so genannte Dehulling Station befindet. Dort werden die Kaffeekirschen geschält und die Kaffeebohnen das erste Mal sortiert. Von Bonga geht es später per LKW nach Addis Abeba, wo der Kaffee erneut sortiert, verkostet und für den Export freigegeben wird, bevor er schließlich via Djibouti nach Hamburg verschifft wird.

Die Farmers Union

Die Farmers Union, (Kafa Forest Coffee Farmers Cooperative Union), ist der Dachverband der Kooperativen der Region.Sie vertritt 34 Kooperativen, darunter auch die Kooperative Kuti. Mit dem Handelspartner Original Food werden zu Beginn jedes Erntejahres Preise und Abnahmemengen verhandelt, wobei der Preis je nach Entwicklung des Weltmarktpreises auch nachverhandelt werden kann. Der Kaffeeverkauf läuft ohne Zwischenhändler ab. Original Food überweist das Geld für den Rohkaffee direkt an die Farmers‘ Union. Der Dachverband leitet das Geld an die einzelnen Kooperativen weiter, die wiederum die Kaffeebauern im Regenwald ausbezahlen. Aus den Verkaufserlösen wird zudem die Verarbeitung der Kaffeekirschen zu handelsfertigem Rohkaffee sowie der Transport des Kaffees in die Hafenstadt Djibouti finanziert. Die Kooperativen investieren darüber hinaus in gemeinschaftliche Anschaffungen wie zum Beispiel Transportmittel und Trockentische, welche die Kaffeeproduktion optimieren.

Copyright Bilder: Original Food GmbH

Copyright Bilder: Original Food GmbH